Keyboarderforum by Musiker Lanze

Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    XXL Member Avatar von Matzel
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    Standard Er ist wieder da...nach 30!!! Jahren...

    Pünktlich zum 30jährigen Jubiläum seines Erscheinens hat Roland den legendären Digitalsynthesizer D-50 wieder neu aufgelegt. Als Hardware (D-05, tastaturlos) und als VST Plugin. Der D-50 kam 1987 auf den Markt und sollte dem Yamaha DX7 das Fürchten lehren. Im Gegensatz zum DX7 kam der D-50 mit einer stattlichen Anzahl hervorragender Werksounds auf den Markt, die in zahlreichen Hits dieser Zeit zu hören sind.
    Ich finde, dieses Gerät und seine modernen Varianten sind wegen der eigenwilligen, komplexen, aber trotzdem leicht zu bedienenden Klangerzeugung (Kombination von kurzen Samples, diversen PCM-Loops, analogen Wellenformen und Ringmodulation) absolute Spaßmaschinen für Retro-Fans und interessierte Soundbastler.

    https://www.roland.com/de/products/d-05/
    https://www.rolandcloud.com/catalog/...ar-synthesizer
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  2. #2
    Gott Avatar von HaDi
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    Der Roland V-Synth XT hatte auch schon alle D-50-Sounds als Sounderweiterung eingebaut.

  3. #3
    XXL Member Avatar von Matzel
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    Stimmt, und für die Keyboardversion gab's ne Karte. Allerdings klingt der V-Synth durch die modernen D/A Wandler völlig clean, der brachiale, fette, dreckige Sound des Originals wird nicht erreicht.
    Geändert von Matzel (23.09.2017 um 13:19 Uhr)
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  4. #4
    Gott Avatar von HaDi
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    Zitat Zitat von Matzel Beitrag anzeigen
    Allerdings klingt der V-Synth durch die modernen D/A Wandler völlig clean, der brachiale, fette, dreckige Sound des Originals wird nicht erreicht.
    Dann klingt wohl das Plugin und der Nachbau auch nicht original?

  5. #5
    XXL Member Avatar von Matzel
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    Das Plugin klingt recht gut finde ich, der Nachbau ist noch nicht auf dem Markt.
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  6. #6

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    Sehr interessante Geschichte! Ich hatte im Sommer eine Anfrage, ob es nicht möglich sei, den D50 mit meiner FPGA-Workstation nachzustellen / nachzubauen. Ok, Ich habe immer mal wieder irgendwelche Anfragen dieser Art, aber es ging ganz konkret um diesen einen Synth. Der Frage hielt sich auch recht bedeckt, was seine Identität anging. Was Ich davon jetzt wohl halten soll?

    Zu der anderen Frage: Dreckige Sounds: Die Technik aus der Zeit ist sicher nicht mit der heutigen vergleichbar, allerdings sind die meisten Klangunterschiede in der Regel nicht direkt auf die Elektronik zurückzuführen sondern nach meiner Erfahrung zu 90% auf Restriktionen der Nachbau-Software. Oft war die Synthese damals in der Auflösung grob und wurde durch Analogfilter geglättet, deren Verhalten man jetzt nur unzureichend nachgebildet hat (was man bei den TB Geräten von Roland feststellt) oder aber man bedient sich einer zu einfachen Synthese (einer idealen Erzeugung der Töne) und versucht, die "Fehler der 80er" durch Manipulation wie Dezimation in etwa nachzubilden, was auch nur unzureichend ist.

    Wie sinnig das ist, alte Geräte nachzubauen, darüber lasse Ich mich jetzt nicht aus.


    Was mir nur spontan auffällt:

    "Digital Circuit Behavior (DCB) fängt jedes Detail originalgetreu ein"

    Solche Ideen gibt es ja schon seit 25 Jahren, nennt sich Analog Modelling und krankt immer an zwei Dingen:

    1) Schaltungen sind generell nicht vollständig analytisch beschreibar. Definitiv nicht. Spätestens bei den verlustbehafteten Energiespeichern und Nichtlinearitäten wie Induktivitäten mit Eisenverlusten und Kondensatoren, aber auch schon bei den einfachen Transistorkennlinien hört es sehr schnell auf. Daher sind "lineare Klangsynthese von Analogschaltung per Formel" eine Illusion". Selbst in optimierten Elektroniksimulatoren wie pSPICE müssen stark vereinfachte Formeln für Transistoren genuzt werden, um überhaupt zu Lösungen zu kommen und diese sind grob und langsam zu berechnen. In Echtzeit geht da nix.

    2) Analog Emulation in Echtzeit, also das Berechnen des tatsächlichen Zeitverhaltens Punkt für Punkt ohne Iteration auf eine perfekte Lösung hin, gelingt nur mit sehr präzisen Formeln für die numerische Berechnung zusammen mit einer hohen Abtastrate, sonst laufen Integrale in die Wiese und entfernen sich von der Realität. Demzufolge muss man infrage stellen, wie genau das dem Original kommt. Mit meinen 200MHz Oszillatoren kann Ich reale Schwingungen bis etwa 100kHz abbilden, mit einem Fehler von unter 1%. in der Phase. Typisches Audio um 10kHz abwärts geht etwa Faktor den 3 genauer und soweiter. Das geht aber auch nur voll parallel mit einem FPGA, also echter Elektronik.

    Wie gut man das in Software bei einem plugin hinbekommen kann, dürfte eigentlich klar sein.

    Als kleinen Vergleich: Die Berechnungen in meiner Workstation laufen auf RAMs und Strukturen, die Daten in der Grössenordnung hin und her schieben und berechnen, die etwa den DDR3-Controllern von 50 PCs entspricht.


    Und dann gibt es noch das große Problem der Steuerung: Wenn man ein Poti in einem Synthi innen mit PWM abtastet, kriegt man das noch gut digital eingelesen und ist recht genau und hat wenig Verzögerung. Aber mit einem externen MIDI Controller und endlicher Auflösung , um ein solches Gerät oder eine SW von außen zu steuern passiert das hier:

    http://96khz.org/oldpages/limitsofmidigranularity.htm

    Das Standard MIDI ist mit der geringen Auflösung der Controller einfach viel zu grob, um Potibewegungen sinnvoll abzubilden und bei Verwendung des MIDI-Trios auch zu langsam.

    Echtzeitsteuerung geht nur mit echten analogen oder digital gescannten Potis in einem Vollgerät.
    Geändert von engineer (23.10.2017 um 15:04 Uhr)

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